Einstiegsqualifizierung ...

 ... erfolgreiche Starthilfe in die Berufsausbildung.

Sie sind bereit, jungen Menschen in Ihrem Unternehmen eine Ausbildungsperspektive zu eröffnen, die "unverhofft" ohne Beschäftigung da stehen, etwa weil sie die Probezeit in der bisherigen Ausbildungsstelle oder Fachoberschule nicht bestanden haben?

Oder Sie sind bereit, auch Jugendlichen eine Chance zu geben, die den Anforderungen der Ausbildung vielleicht noch nicht ganz gewachsen sind?

Dann beschäftigen Sie den jungen Mann oder die junge Frau doch im Rahmen einer sogenannten betrieblichen Einstiegsqualifizierung, kurz EQ. Denn das Fachkräftepotenzial dieser Jugendlichen ungenutzt zu lassen, kann nicht im Sinne von Wirtschaft und Gesellschaft sein.

Was ist eine EQ?

Eine Einstiegsqualifizierung ist ein sozialversicherungspflichtiges Langzeitpraktikum von mindestens sechs und maximal zwölf Monaten, das an eine anerkannte Ausbildung in einem ausbildungsberechtigten Betrieb heranführen soll.

Ziel ist es, dass die Jugendlichen im Anschluss an die EQ eine betriebliche Berufsausbildung in Ihrem Unternehmen aufnehmen und durch die im EQ erworbenen Vorerfahrungen sicher erfolgreich meistern. Eine Übernahmeverpflichtung in Ausbildung entsteht Ihnen bzw. Ihrem Unternehmen durch die EQ jedoch nicht!

Rechtliche Basis ist § 26 Abs. 1 Berufsbildungsgesetz, d. h. die EQ-Praktikantinnen und EQ-Praktikanten sind Auszubildenden gleich gestellt und haben keinen Anspruch auf Mindestlohn. Die Jugendlichen erhalten eine Vergütung von 216 € monatlich, die – wie der Gesamtsozialversicherungsbeitrag von 109 € – auf Antrag von der Agentur für Arbeit erstattet wird. Ihnen bzw. Ihrem Unternehmen entstehen hieraus also keine Unkosten.

Zielgruppen sind bei der Arbeitsagentur bzw. dem Jobcenter gemeldete Ausbildungsstellensuchende, die einen konkreten Berufswunsch haben, aber bis zum 30. September keinen Ausbildungsplatz gefunden haben, sowie ausbildungswillige junge Menschen, deren Ausbildungsverhältnis in der Probezeit aufgelöst wurde oder die aktuell noch nicht in vollem Umfang für eine Ausbildung geeignet sind.

Was müssen Sie tun?

Sie schließen mit den Jugendlichen einen Vertrag über die Einstiegsqualifizierung ab, in dem die Inhalte der EQ, die Kündigungsfristen, Vergütung etc. definiert werden.

Sie setzen die Jugendlichen in Ihrem Unternehmen wie Auszubildende im 1. Lehrjahr ein und vermitteln die fachspezifischen und sozialen Kompetenzen. Die Jugendlichen verpflichten sich, wie Auszubildende in Praxis und Theorie mitzuarbeiten und zu lernen.

Jugendliche, die noch berufsschulpflichtig sind, müssen sich wie bei einem „normalen“ Ausbildungsverhältnis in der Berufsschule anmelden und entsprechend der Ausbildungsrichtung der EQ die Fachklasse des 1. Ausbildungsjahres besuchen. Bei nicht mehr Berufsschulpflichtigen ist der Berufsschulbesuch zwar freiwillig, allerdings ist er Voraussetzung für eine Anrechnung der EQ auf eine folgende Ausbildung.

Am Ende der EQ stellen Sie ein betriebliches Zeugnis aus und bewerten die Leistungen des bzw. der Jugendlichen.

Anrechenbarkeit der EQ auf die folgende Ausbildung:

Sie können bei der zuständigen Kammer die Anrechnung der EQ auf die folgende Ausbildungszeit beantragen. Diese kann je nach Dauer der EQ um sechs bis zwölf Monate verkürzt werden, wenn der regelmäßige und erfolgreiche Besuch der Fachklasse nachgewiesen wird (Berufsschulzeugnis) und die zuständige Kammer die erfolgreiche Teilnahme an der EQ vorab zertifiziert hat. Dieses Zertifikat wird von der IHK verliehen, wenn Sie im EQ-Zeugnis vier von sechs Beurteilungskriterien mit mindestens "ausreichend erkennbar" bewertet haben, und von der HWK, wenn laut EQ-Zeugnis mindestens ein Qualifizierungsbaustein mit Erfolg abgeschlossen wurde.

Was müssen Sie unbedingt beachten?

Die Förderung der EQ muss vorab von Ihnen bei der Agentur für Arbeit beantragt werden. Die Kontaktdaten finden Sie rechts.

Die EQ muss in Vollzeit durchgeführt werden. Lediglich bei Erziehenden mit eigenen Kindern oder Pflege von Familienangehörigen ist eine Teilzeit-EQ von mindestens 20 Wochenstunden möglich. Mindestens 70 Prozent der EQ-Zeit muss im Betrieb durchgeführt werden.

Eine EQ darf nur von einem ausbildungsberechtigten Betrieb in einem anerkannten Ausbildungsberuf im Sinne des § 4 Abs. 1 des BBiG, § 25 Abs. 1 Satz 1 der HwO, des Seemannsgesetzes oder des Altenpflegegesetzes durchgeführt werden.

Sie bzw. Ihr Betrieb ist nicht ausbildungsberechtigt, Sie wollen aber ausbilden? Dann wenden Sie sich an die für Ihr Unternehmen zuständige Kammer. Hier werden Sie über alle nötigen Voraussetzungen und Schritte informiert.

Weitere Informationen zu allen Fragen rund um eine EQ finden Sie hier.

 

Oder kontaktieren Sie uns vom Team Ausbildung Meistern

Lassen Sie sich nicht abschrecken – die Beantragung und Organisation einer EQ ist ganz einfach. Das Team von Ausbildung Meistern berät Sie gerne und unterstützt „beim Papierkram“, denn eine EQ lohnt sich sowohl für Sie bzw. Ihr Unternehmen, als auch für den jungen Menschen.

 

Win-Win:

Die jungen Menschen bekommen eine fachspezifische und ausbildungsrelevante Vorqualifizierung und sind bestens auf den „Ernstfall Ausbildung“ vorbereitet.

Junge Menschen, denen im Rahmen der Probezeit gekündigt wurde, haben die Möglichkeit, die Zeit bis zum kommenden Ausbildungsjahr sinnvoll zu überbrücken.

Die Jugendlichen erhalten mit der EQ die Möglichkeit, Teile eines Ausbildungsberufes, Ihr Unternehmen und das Berufsleben kennen zu lernen.

Gerade für Jugendliche mit schwächeren schulischen Leistungen ist eine EQ die ideale Vorbereitung, um später nicht in der Berufsschule zu scheitern. Und Jugendliche, deren Arbeitstugenden noch nicht ausreichend entwickelt sind, um im harten Ausbildungsalltag bestehen zu können, bekommen Raum und Zeit zum „Nachreifen“.

Nicht umsonst gilt das EQ-Zeugnis und Zertifikat der Kammer als der erfolgreiche Türöffner in Ausbildung: Zwei Drittel aller EQ-Absolventinnen und -absolventen münden im Anschluss in Ausbildung.

Ihnen bietet die EQ die Möglichkeit, den jungen Menschen nicht nur in einem kurzen Bewerbungsgespräch kennenzulernen, sondern seine Fähigkeiten und Fertigkeiten monatelang im täglichen Arbeitsprozess beobachten zu können. Sie können den jungen Menschen an eine Ausbildung in Ihrem Unternehmen heranführen und bekommen einen bestens eingearbeiteten Azubi. Der Übergang in die Ausbildung ist übrigens jederzeit möglich.

Wenn Sie bzw. Ihr Unternehmen noch nie ausgebildet hat, ist eine EQ der ideale Einstieg. Einstiegsqualifizierungen sind aus allen Berufen ableitbar. Alle Tätigkeitsbereiche sind möglich. Sie können abhängig von der Entwicklung der Jugendlichen und den betrieblichen Gegebenheiten flexibel gestaltet werden.

Sie bieten jungen Menschen eine neue Chance - das ist auch ein Imagegewinn für Ihr Unternehmen.